Jenseits des Vorstellbaren
Mehr als 45 politische Gefangene der Stasi in Thüringen waren damit beschäftigt, diese höllenhafte Einrichtung zu bauen. Ich war einer davon. Von 1986 bis 1989 entstand ein Internierungslager, wie man es nur aus Horrorfilmen kennt. Nur der deutsch deutschen Wende ist es zu verdanken, dass dies nicht zur Fertigstellung kam.
Die offizielle Variante der Behörden nach der Wende in Deutschland war, dass dort eine Untersuchungshaftanstalt der Stasi gebaut werden sollte. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn dort sollte auch interniert werden und Menschen für den Organhandel freigegeben werden.
Die Fenster im Gefängnisgebäude sind erst später eingesetzt worden. Zuvor befanden sich dort nur Glasbausteine. Die Luftzufuhr und Heizung war nur durch ein Schachtsystem möglich, welches über ein Aggregat im Keller des Gebäudes betrieben wurde. Im Aggregateraum befanden sich Flaschenhalterungen an der Wand. Im Ernstfall wäre es ohne weiteres möglich gewesen, Giftgas oder andere Substanzen in das Luftsystem einzuspeisen.
Das Schlachthaus:
Als Schlachthaus bezeichne ich die Operationssäle, die sich im selben Keller befinden wie das System für die Luftzufuhr des Hafthauses. Diese Säle sind mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet, die es zu dieser Zeit im internationalen Maßstab gab. Kein Krankenhaus der DDR war auch nur annähernd mit Technologien dieser Art ausgestattet. Die Flurverbindungen zwischen den Gebäudekomplexen waren statt Treppen mit Rampen versehen. So konnte ein Transport ungehindert stattfinden. Die Verbindung zum Verwaltungsgebäude war mit einer doppelten Luft- und Torschleuse versehen.
Die Frage, die sich mir stellt, ist: Warum hat die Justiz von Thüringen dies verheimlicht und warum hat man diese Anstalt nicht zu einer Gedenkstätte gemacht? Stattdessen hat man diese Anstalt zu einem Hochsicherheitsgefängnis umgebaut.
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