Wie beginnt man einen Blog wie diesen? Als freier Journalist und Radioredakteur ist dies nicht ganz so einfach. Aber ich werde mir Mühe geben, meinen Standpunkt zu verdeutlichen. Wer wie ich die DDR trotz Stasihaft und die BRD seit 1990 überlebt hat, weiß wie sich Diktatur anfühlt.
Wie alles begann:
Bereits im 1990 begann ich mich für Information zu interessieren. Schon kurz nach dem die Grenze zwischen Ost und Westdeutschland gefallen war, versuchte ich mich gemeinsam mit meiner damaligen Frau Manuela als freie Journalisten. Damals noch bewaffnet mit einer Reiseschreibmaschine, Kassettenrecorder und einer Kamera zogen wir durchs schöne Thüringen und schrieben kleinere Artikel für die Thüringer Allgemeine und einige andere Blätter. Doch das war von sehr kurzer Dauer.
Im Grunde war ich seit 1980 intensiv mit der Musik verbunden, doch für eine berufliche Laufbahn hat es damals nie gereicht, speziell nicht in der DDR, denn da war ich wegen meiner anders denkenden politischen Einstellung nicht förderungsfähig. Doch auch da gab es später Änderungen in meinem Leben, doch darauf kommen wir später zurück.
Zurück in die 1990ger Jahre. Meine Einstellung zur Politik der Bundesrepublik Deutschland änderte sich bereits in den Jahren 1991-1992. Hier schrieb ich einen Beitrag über die Panzeraffäre in Hamburg. Mir und einigen anderen Journalisten ist es zu verdanken, dass die Bundespolizei verhinderte, dass der BND Waffen und Kriegstechnik aus NVA Beständen der DDR in den nahe Osten verschiebt.
Die BND-Agenten wurden bei dieser Aktion festgenommen und später ein Gerichtsverfahren eröffnet. Makulatur? Die Verhandlung wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt und die Agenten vom BND wurden nie verurteilt. Der BND selbst, hat nie dazu Stellung genommen. Man wollte den BND nicht offen vorführen.
Fazit: Im Vergleich zum DDR-System hat sich nicht viel geändert. Es wird nach wie vor Verschoben, Vertuscht und Zensiert. Also kam ich zu der Schlussfolgerung, dass ehrlicher Journalismus in Deutschland keine Zukunft haben wird. So habe ich fürs erste die Branche gewechselt. Um im Informationsgewerbe zu bleiben, spielte ich mit dem Gedanken, eine Detektei zu gründen.
1993 gründete ich in Weimar Thüringen das Thüringer-Detektivbüro. Hier bekam ich Aufträge wie Fahndung nach gestohlenen Vieh für den Thüringer Bauernverband, den Hessischen Bauernverband und auch in Sachsen Anhalt. Die Branche hat mir sehr gefallen, aber nicht die Aufträge.
So kam es 1994 das ich den Firmennamen änderte auf Sicherheits- und Transportservice- Thüringen umbenannte. Ich intrigierte eine Frachtenvermittlung. Nun wurden die Geschäftsräume zu klein und wir zogen nach Seebach bei Eisenach um. Die Geschäfte liefen hier gut bis sich 1997 Steuerpolitisch in Deutschland einiges änderte. So schloss ich das Unternehmen.
Weiter mit Musik:
Ab 1998 widmete ich mich wieder ganz der Musik. Von 1998-2009 tourte ich mit insgesamt 3 Bands durch fast ganz Europa, schrieb Songs für andere Künstler unterrichtete Musiktheorie, Gitarre und Schlagzeug.
2009 ging ich nach Big Sandy, Tennessee in der USA. Der Grund war meine Frau. Hier arbeitete ich ehrenamtlich in der Radiostation des Onkels meiner Frau, Mr. Ron Lane. Bei WFWL und WRJB in Camden Tennessee. Von Mr. Lane weiß ich alles was man über Radio wissen muss. Hauptberuflich, betrieb ich damals eine kleine Musikschule. Mit den Jahren lernte ich die Familie meine Frau kennen, wozu auch Axl Roses von Guns & Roses gehörte. So bekam ich in den richtigen Trott der Rock Musik. So wurde ich auch mit einigen Rockgrößen wie Joan Jett und den Foofighters bekannt.
2014 Gründete ich Die Band The-Night-Dreamers. Wir planten später eine Europa Tour, die dann ins Wasser gefallen ist, da ich eine Schlaganfall erlitt.
Anfang 2015 meldete sich ein alter Freund bei mir und fragte mich, ob ich Lust hätte, bei Wikipedia einen Beitrag über den NSU-Komplex zu schreiben. Als ich dem zusagte, sendete diese etwa 400 Aktenordner auf digitalen Weg an mich.
So wurde mein journalistischer Instinkt erneut geweckt. Um so mehr ich mich in diese Akten hinein las, um so mehr begriff ich, dass es hier förmlich nach Vertuschung, Beweismittelfälschung und Korruption roch, bis in höchste Ebenen.
Von diesen Moment an war mir klar, dass ein ehrlicher Beitrag für Wikipedia unmöglich war. So beschloss ich damit zu beginnen, diese Schweinerei aufzudecken. Das geht jetzt schon einige Jahre so und wird auch noch eine Weile dauern. Das ist die grobe Version.
2023 verstarb Mr. Ron Lane. Die Radiostation in Camden Tennessee war damit fast am Ende. Nun beschloss ich 2024 eine eigene Online Radiostation zu gründen. So wurde ND-Live-Radio und Radio-Venus 24 geboren. Anfangs noch Radio-Jump-Magic, die aber aufgegeben wurde.
Um das ganze finanzierbar zu halten, wurde dem mittels meines Partners Stefan Dettmer die Partnervermittlung Heart-Matches hinzugefügt und alles nach Deutschland verlegt, auch wegen der Gesetzmäßigkeit. Heute am 12.04.2026 ist die Seite ins Netz gegangen.
Mit diesem gemeinsamen Projekt möchten wir demonstrieren, dass sich Radio-Media, harter kritische Journalismus, Musikpromotion und die angenehmste Sache der Welt zwischenmenschlicher Beziehungen, recht gut miteinander verbinden lassen.
Uwe Jahn, verantwortlich für diesen Blog 07.05.2026
Welche Lebensmittel sind heute noch belastet?
Vier Jahrzehnte nach der Katastrophe von Tschernobyl sind die meisten landwirtschaftlichen Produkte im Südwesten unbedenklich. Getreide, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch weisen Fachleuten zufolge keine nennenswerte radioaktive Belastung mehr auf.
Das radioaktive Cäsium-137, das bis heute nachweisbar ist, hat sich auf Äckern in tiefere Bodenschichten verlagert. Deshalb können es die angebauten Pflanzen kaum noch aufnehmen. Sorgen bereiten jedoch weiterhin Waldpilze und Wildfleisch aus bestimmten Regionen.
Denn hohe Dosen von Cäsium-137 gelten als bedenklich, sie werden etwa mit der Strahlenkrankheit sowie mit einem höheren Risiko für Krebserkrankungen assoziiert.
Warum sind ausgerechnet Waldpilze betroffen?
Das liegt am Waldboden: Hier bleibt das Cäsium in der oberen Humusschicht, weil Blätter, Nadeln und Äste den Boden bedecken. Wenn diese zersetzt werden, gelangt Cäsium über die Wurzeln wieder in die Pflanzen und Blätter. Im Herbst fallen diese erneut zu Boden - und werden wieder zersetzt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf.
In der oberen Humusschicht des Waldbodens befindet sich auch der größte Teil der Pilze, das sogenannte Myzel. Dieses Fadengeflecht speichert das radioaktive Cäsium und gibt es samt Nährstoffen an den oberirdischen Teil des Pilzes weiter.
Einige Pilze reichern mehr Cäsium an als andere: Semmelstoppelpilz und Maronenröhrlinge etwa können hoch radioaktiv belastet sein. Steinpilze und Pfifferlinge, die zu den beliebtesten Speisepilzen zählen, weisen hingegen nur eine mittlere Belastung auf, selbst wenn sie aus Risikogebieten stammen.
Wieso sind auch Wildtiere betroffen - vor allem Wildschweine?
Rehe und Hirsche sind kaum problematisch, da sie ausschließlich oberirdische Pflanzen fressen. Wildschweine hingegen wühlen auf der Suche nach Nahrung im Boden - und fressen dabei besonders gerne Hirschtrüffel.
Diese unterirdisch wachsende Pilzart reichert Cäsium-137 besonders stark an, sagt Carolin Löw vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Stuttgart. Deshalb können Wildschweine in bestimmten Regionen noch heute stark belastet sein.
Ist der Waldboden überall in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz belastet?
Die Belastung ist regional unterschiedlich - abhängig davon, wo nach der Reaktorkatastrophe der sogenannte Fallout als radioaktiv belasteter Regen niederging. Stark betroffen sind davon der Südosten Baden-Württembergs, insbesondere die Landkreise Biberach und Ravensburg.
In den letzten 40 Jahren hat sich das Ganze halbiert - aber immer noch das Vierfache vom Grenzwert.
Bezirksjägermeister Dieter Mielke
Im Kreis Biberach überschreiten bis heute rund 20 Prozent der getesteten Wildschweine den gesetzlichen Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Fleisch. Bezirksjägermeister Dieter Mielke, der seit 20 Jahren eine Messstelle für Jäger betreibt, erklärt: "Bei mir sind es maximal bei 1500 bis 2000 Becquerel. Das heißt also: In den letzten 40 Jahren hat sich das Ganze halbiert - aber immer noch das Vierfache vom Grenzwert. Deshalb prüfen wir weiter - und das wird auch so bleiben."
Die Belastung der Wildschweine ist saisonal unterschiedlich, abhängig vom Nahrungsangebot. Im Winter überschreiten mehr Proben den Grenzwert, weil die Wildschweine dann verstärkt in der Erde wühlen.
In Rheinland-Pfalz hingegen hat sich die Lage deutlich entspannt. Im Pfälzerwald und im Hunsrück wurden seit über zehn Jahren keine Grenzwertüberschreitungen mehr festgestellt, weshalb die Kontrollpflicht dort vor zwei Jahren aufgehoben wurde.
Wie wird sichergestellt, dass belastetes Fleisch nicht in den Handel gelangt?
Nach der Katastrophe wurden Grenzwerte für Lebensmittel eingeführt und Kontrollsysteme aufgebaut. In Baden-Württemberg muss in betroffenen Landkreisen wie Biberach, Ravensburg oder Freudenstadt sogar jedes erlegte Wildschwein auf radioaktive Belastung geprüft werden.
Fleisch, das den Grenzwert überschreitet, wird entsorgt. Jäger erhalten dafür laut Jägermeister Mielke eine Entschädigung von über 200 Euro pro Tier - so soll eine illegale Vermarktung verhindert werden. 2025 wurde für knapp 500 Wildschweine in Baden-Württemberg eine solche Ausgleichszahlung geleistet.
Die Kontrollen und Entnahmen von Proben werden primär von der Jägerschaft durchgeführt, die rechtlich als Lebensmittelunternehmer gelten. Aber auch die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUAs) betreiben Messstellen sowie Labore zur zentralen Auswertung und Überwachung.
In Rheinland-Pfalz führt das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Speyer weiter risikoorientierte Stichproben durch - bei Verarbeitern, im Handel und in der Gastronomie. Getestet würden etwa Obst und Gemüse, Fleisch und Getreide, erklärt Andreas Hoffmann vom LUA. "In über zehn Jahren war keine einzige Probe über dem Höchstgehalt."
Wie groß ist das gesundheitliche Risiko - und wie lässt es sich minimieren?
Das Risiko ist sehr gering - allein weil wir ohnehin nicht oft Waldpilze und Wildbret essen. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, Pilze und selbst erlegte Wildschweine aus den höher belasteten Gebieten nur gelegentlich zu essen, um mögliche Risiken zu minimieren.
Insbesondere in bestimmten Regionen gibt es umfassende Kontrollen, die dafür sorgen, dass Verbraucher bedenkenlos auch Wildschweinfleisch von dort essen können, wie Carolin Löw betont. "Da kann ich Entwarnung geben, es bestehen keine Gefahren, wenn man jetzt einmalig ein Gericht am Grenzwert isst. Da kriegt man ungefähr so viel ab, wie wenn man bei einem Langstreckenflug über den Ozean an Strahlendosis abbekommen würde."
Auch Waldpilze werden kontrolliert. Wer selbst sammelt, sollte in betroffenen Gebieten und mit den genannten Pilzsorten vorsichtig sein. Aber auch hier geben Fachleute Entwarnung: Eine üppige hoch belastete Pilzmahlzeit entspricht in etwa der Strahlendosis von einmal Lunge röntgen.
Wie lange bleibt das Problem noch bestehen?
Auch Jahrzehnte nach der Katastrophe bleibt die radioaktive Belastung ein Thema - eben weil Cäsium-137 eine Halbwertszeit von etwa 30 Jahren hat. Das heißt, dass noch rund die Hälfte der ursprünglichen Strahlung vorhanden ist.
Kontrollen und Messungen bleiben daher zumindest in den betroffenen Gebieten weiter bestehen: "Es wird noch so lange so sein, wie noch relevante Mengen im Boden sind", sagt Carolin Löw vom CVUA Stuttgart. "Das wird uns noch Jahrzehnte begleiten." In 30 Jahren werden also noch immer 20 Prozent der Strahlenbelastung vorhanden sein.
Insgesamt aber geben Fachleute Entwarnung, was den Verzehr von Lebensmitteln angeht - selbst bei Pilzen und Wildschweinbraten. Dafür sorgen die strengen Kontrollmechanismen.
Bericht recherchiert und dokumentiert von Uwe Jahn 07.05.2026
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